Chronik
1890 wurde, wegen der heilsamen Wirkung des Laura-Bründls, einer Thermalwasserquelle, auf dem Areal des heutigen Sanatoriums eine Kuranstalt errichtet.
1903 erwarb der Industrielle Viktor Zuckerkandl die Kur- und Wasserheilanstalt „Sanatorium Westend“. Als Architekten für den Ausbau der Anlage wurde der bereits renommierten Josef Hoffmann vermittelt.
1904 - 1906 führte Josef Hoffmann mit dem „Sanatorium Purkersdorf“ einen der bis heute wesentlichsten Bauten der Wiener Secession aus. Auch die Parkanlage des Sanatoriums ist ein Entwurf Josef Hoffmanns und die gesamte Innenausstattung stammte aus der Wiener Werkstätte, die Hoffmann im Jahr zuvor mit Kolo Moser und Fritz Waerndorfer gegründet hatte. Damit war ein Gesamtkunstwerk entstanden.
1908 wurde, wegen eines Konflikts zwischen Bauherrn und Hoffmann, Leopold Bauer als Architekt verpflichtet. Dieser errichtete die Paula-Villa und stockte den Bau Hoffmanns auf, womit er die Gesamterscheinung des Objekts vernichtete. Dennoch war das Sanatorium Purkersdorf Treffpunkt der Intellektuellen Wiens: Gustav Mahler, Arnold Schönberg, Egon Friedell und Artur Schnitzler - um nur einige zu nennen - waren oft gesehene Gäste. Nach dieser florierenden Zeit folgte der langsame Niedergang.
1938 besiegelte der „Anschluss“ an Deutschland den Niedergang: Das Sanatorium wurde „arisiert“ und von Hans Gnad erworben.
1941 begann die endgültige Zerstörung und Plünderung der Einrichtung, als die Gebäude als Kriegslazarett verwendet wurden.
1952 verkaufte man die Anlage an den Evangelischen Verein, der sie fortan als Krankenhaus, später als Altersheim nutzte.
1975 wurde der Betrieb eingestellt. Im selben Jahr begann man mit der Außenrenovierung, vor allem aber mit der Abtragung von Bauers Aufstockung.
1997 wurde das Sanatorium Purkersdorf wieder bekannt: Der Regisseur Paulus Manker inszenierte hier sein mittlerweile legendäres Stück ALMA - A SHOW BIZ ans Ende.
2001 wurde das Stück zum letzten Mal in Purkersdorf aufgeführt. Im selben Jahr erwarb die BUWOG das gesamte Areal samt der zugehörigen Waldfläche.
2003 - im Mai wird der historische Bau gemeinsam mit dem Zubau des Wiener Architekten Wolfgang Rainer seiner Bestimmung als Seniorenpflegeresidenz mit 111 Betten übergeben.




