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Josef Hoffmann

Hoffmann1930

Josef Franz Maria Hoffmann wurde am 15. Dezember 1870 im Mährischen Pirnitz als drittes von insgesamt sechs Kindern geboren. Die Familie Josef Hoffmanns zählte zur deutschsprachigen Oberschicht. Der Vater war Hausbesitzer, Bürgermeister und zudem Miteigentümer der fürstlichen Textilmanufaktur. Schon früh erfuhr Hoffmann somit eine Prägung durch traditionelle Muster der Stoffdruckerei. Eine Beamtenkarriere blieb Josef Hoffmann nicht zuletzt durch den mäßigen Schulerfolg verwährt. Schon früh jedoch war die enorme Begeisterung für die Architektur spürbar, die ihn auch zum Musterschüler an der Höheren Staatsgewerbeschule in Brünn machte. 1892 wurde Josef Hoffmann an der Akademie der bildenden Künste in Wien aufgenommen wo er Schüler Otto Wagners wurde, der bis dahin überwiegend historische Ansätze durch moderne, der Zeit entsprechende Konzepte ersetzte.


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Neben der allgemeinen Aufbruchsstimmung dieser Zeit waren es auch die vielen Auslandsaufenthalte Josef Hoffmanns die den jungen Architekten prägten. Als Mitglied der Wiener Secession und Mitbegründer der Wiener Werkstätte machte sich Josef Hoffmann rasch einen Namen als Architekt und Innenarchitekt. Im Alter von nur 29 Jahren wurde er als Professor an die Kunstgewerbeschule des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie berufen. Die Gründung der Wiener Werkstätte ermöglichte die Gestaltung und Umsetzung künstlerischer Ideen in höchster Perfektion und sind bis heute einzigartig.


Das Schaffen des Architekten Josef Hoffmann spiegelt sich in eindrucksvollen Gesamtkunstwerken wider. Besonderes Aufsehen erregten das „Sanatorium Purkersdorf“ und das Palais Stoclet, das kurz darauf in Brüssel errichtet wurde. Josef Hoffmann schuf mit diesen Bauwerken zwei Jugendstiljuwele die in ihrer Gesamtheit wohl einzigartig sind. Von der Architektur über die Einrichtung bis zu Service, Besteck und Gläsern, ja bis zur Kleidung der Bewohner wurde alles minutiös entworfen und ausgeführt. Die Gesamtkunstwerke machten aber auch durch teilweise enorme Überschreitungen der Baukosten von sich reden.
Nach 1910 hatte die Wiener Moderne ihren Höhepunkt überschritten. Durch den Ersten Weltkrieg und durch den Zusammenbruch der Monarchie blieben finanzstarke Auftraggeber weitgehend aus. Die Wiener Werkstätte musste 1932 Konkurs anmelden.
Schon in den 1920er Jahren beschäftigte sich Josef Hoffmann mit dem sozialen Wohnbau und war bis nach Kriegsende an zahlreichen Gemeindebauprojekten federführend beteiligt. Die Gestaltung von Ausstellungspavillons in Venedig und Paris waren dazu ein abwechslungsreiches und erfolgreiches Kontrastprogramm.
Der Architekt verstarb am 7. Mai 1956 im Alter von 85 Jahren. Die größte Beachtung fand das Schaffen Josef Hoffmanns nach seinem Tod im Rahmen der Wiederentdeckung der Wiener Moderne.

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